Billard WM: Viersen bleibt WM-Austragungsort

In diesen Tagen ist es wieder soweit. Schon zum 29. Mal in Folge findet in Viersen die Billard-Weltmeisterschaft für Dreiband-Nationalmannschaften statt. Von Donnerstag bis Sonntag kämpfen 16 Teams aus aller Welt in der Viersener Festhalle um die WM-Goldmedaille. Einen haushohen Favoriten auf den Gesamtsieg gibt es diesmal nicht. Allerdings rechnen viele damit, dass die Belgier und Niederländer den Titel unter sich ausmachen werden. Rekordweltmeister Schweden hat sich diesmal nicht qualifiziert. Deutschland sieht bei Betrachtung der Weltrangliste mit dem fünften Platz zwar nicht so schlecht aus. Große Chancen werden dem deutschen Team jedoch nicht eingeräumt. Einen Gewinner gibt es allerdings schon: Die Stadt Viersen wird die Billard-WM auch in den kommenden fünf Jahren austragen.

 

Wichtige Fakten zur Billard-WM

Die Anzahl der an der Endrunde teilnehmenden Teams wurde in den vergangenen Jahren mehrfach geändert. Anfangs, das heißt im Jahr 1982, bei der ersten Auflage der Karambolage Billard-WM in Mexico City, gab es nur sechs Nationen, die sich den Titel untereinander streitig machten. Als erster WM Sieger setzte sich damals Japan durch. Die nächste WM fand erst wieder 1985 im französischen Bordeaux statt, Sieger war wieder Japan. Danach ging es 1987 in Madrid weiter, mit den Schweden auf dem oberen Podest. Seit 1990 wird die WM nun schon in Viersen ausgetragen.

 

Rekordspieler in der WM-Historie ist der Schwede Torbjörn Blomdahl, der insgesamt neunmal die Schweden mit zum Erfolg führte. Der beste deutsche Spieler der Dreiband-WM-Geschichte ist mit vier Titeln, dreimal Silber und siebenmal Bronze der Kölner Christian Rudolph. Siebzehn Deutsche Meisterschaften stehen übrigens schon bei seinem Vater auf dem Queue. Die einzige Mannschaft, die bislang bei allen Turnieren teilgenommen und dabei vier Titel geholt hat, ist Japan. Deutschland hat ebenfalls schon vier Titel. Der beste Einzel- und Team-Durchschnitt ging bislang an die Belgier. Hier taten sich Frédéric Caudron 2015 mit dem besten Einzelwert von 2,506 und im Jahr Eddy Merckx und Frédéric Caudron zusammen gegen Österreich mit 80 Punkten bei 22 Aufnahmen, also einem Teamdurchschnitt von 3,636, besonders hervor. Der Weltrekord im Dreiband-Karambolage-Billard wurde übrigens in der deutschen Bundesliga durch den Niederländer Dick Jaspers aufgestellt. Er schaffte es, ein Match mit unglaublichen vier Aufnahmen zu beenden.

 

Der Billardsport wird immer populärer

Vor einigen Jahren noch, war der Billardsport noch eine Randsportart. Zwar kennt das Spiel praktisch jeder, es wurde jedoch bei den meisten eher als Wochenend-Freizeitspaß mit ein paar Bierchen dazu angesehen. Auch bei den Fernsehübertragungen war Billard und Snooker lange Zeit ein Stiefkind. Internationale Turniere wurden gerade einmal mit Finalspielen auf Eurosport übertragen. Das hat sich inzwischen jedoch verbessert. Es bildet sich eine mit der neuen Generation gerade eine stark wachsende Fangemeinde für das Spiel über drei Banden heraus. Gelungene Karambolagen, das sogenannte Scotch Double System, quasi der Tie-Break im Billard und die unterschiedlichen WM-Quoten, etwa auf dem Vergleichsportal OpenOdds werden heiß diskutiert. Es gibt auch immer mehr Nachwuchs, der sich in den Billard-Vereinen anmeldet und selbst aktiv am Geschehen in den Ligen teilnimmt.

 

Am Rande: Warum findet die Billard WM ausgerechnet in Viersen statt?

Der WM-Austragungsort Viersen ist kein Zufall. Ganz in der Nähe in Mönchengladbach hatte der langjährige Hauptsponsor des Deutschen Billard-Bundes, die Hannen-Brauerei, ihren Hauptsitz. Im Jahr 1989 fand in Viersen bereits einmal eine Europameisterschaft statt. Dank der perfekten Organisation einigte man sich schnell darauf, auch die WM nach Viersen zu verlegen, wo sie nun schon seit 1990 angesiedelt ist. In den nachfolgenden Jahren wurden die langlaufenden Verträge über die Austragung in der Viersener Festhalle bereits mehrfach verlängert. Bis heute. Gerade erst wurde ein neuer Vertrag über weitere Austragung in den kommenden fünf Jahren in Viersen geschlossen. Die Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen hat sich somit im Laufe der Zeit zum echten „Mekka“ der Billardspieler entwickelt.

Poolbillard im Schatten von Snooker

Poolbillard gilt als die Mutter der Kneipensportarten. Umso verwunderlicher ist es, dass Poolbillard hierzulande auf professioneller Ebene ein Schattendasein führt. Während Snooker und Dart es längst in die Öffentlichkeit gebracht haben und in vielen Vereinen professionell als Sport betrieben werden, wird das Spiel mit den vollen und halben Kugeln hauptsächlich im schummrigen Hinterzimmer der Eckkneipen gespielt. Es gibt zwar eine Poolbillard-Bundesliga, aber allein ein Blick auf die Tabelle mit acht Mannschaften, derzeit angeführt von BSV Dachau, zeigt, dass der Sport nur in sehr wenigen Gemeinden richtig ernst genommen wird. Umso beeindruckender ist es, wenn die richtigen Weltstars vorbeischauen und sich die Ehre geben. Wie neulich in Berlin, als sich am „Tag der Legenden“ so klangvolle Namen wie Earl Strickland „The Pearl“ aus den USA, Francisco Bustamante „Django“ und Efren „Bata“ Reyes, die beiden Letzteren von den Philippinen, haben blicken lassen. Zusammengerechnet haben die drei bereits sieben WM-Titel, sechs Siege bei den US-Open und hunderte internationale Turniere auf sich vereinen können.

 

Deutschlands einziger 10-Fuß-Poolbillardtisch steht in Berlin

Gespielt wurde standesgemäß in der „Bata Bar und Billiards“ in Berlin Tiergarten und zwar die Variante mit neun Bällen an Deutschlands einzigem 10ft-Diamond-Tisch. Der Anlass war die derzeitige Abschiedstournee von Efren Reyes mit einigen Showturnieren auf allen Kontinenten. Reyes oft auch „The Magician“ genannt, gilt bei vielen Poolbillard-Spielern als der größte und beliebteste Profi aller Zeiten. Sein Snooker-High-Break liegt bei 132. Der heute 63-jährige hat alleine bereits über 70 internationale Titel angehäuft, darunter drei Weltmeistertitel im 8-Ball und 9-Ball-Spiel. Mit seinen hochkarätigen Karambolagen konnte er in seiner Laufbahn auch Millionen an Preisgeldern einsammeln. Eines der größten Matches aller Zeiten war 1999 das in Hongkong ausgetragene Endspiel um den Weltmeistertitel zwischen Reyes und Earl Strickland. Das Match auch bekannt als „The Colour of Money“ ging über unglaubliche drei Tage, wobei beide Spieler wohl auf dem absoluten Höhepunkt ihrer Karriere spielten. Reyes hatte damals das bessere Ende für sich und gewann das Match und den Titel knapp mit 120:117.

 

Der Philippine Bustamante, im Jahr 2010 Weltmeister im 9-Ball Billard, ging übrigens schon in der Bundesliga an den Start. Genauer gesagt für die Billard-Union Kiel. Auch er stand schon in einem hart umkämpften und dramatischen Finale (2002) gegen Earl Strickland, verlor aber am Ende gegen Earl Strickland. Informationen zu aktuellen Turnieren und die dazu gehörigen Wettquoten gibt es unter Wettenerfahrungen.com.

 

In Berlin kam es nun, erstmalig in Deutschland, zu einer „Neuauflage“ des denkwürdigen Endspiels zwischen Reyes und Strickland. Allerdings dauerte die Partie nur einen Abend und es war ein reines Shot-Match. Dafür war es aber trotzdem ein voller Erfolg. Die wenigen Zuschauerkarten, etwas weniger als 200 Stück wurden insgesamt angeboten, waren schon im Vorfeld nach einigen Stunden ausverkauft. Neben den Partien Reyes vs. Strickland und Reyes vs. Bustamante bekamen die Zuschauer auch ein Mini-Turnier mit Doppel-Wechselstößen zu sehen, wobei auch die deutschen Top-Spieler Veronika Ivanovskaia, aktuell 18. der Damen-Weltrangliste, der mehrmalige deutsche Meister Andre Lackner sowie Sandro Zschunke, mehrfacher Berliner Meister teilnahmen.

 

In Deutschland wird meist 8-Ball-Poolbillard gespielt

In den wenigen deutschen Ligen wird Pool-Billard 8-Ball-, 9-Ball, 10-Ball und in der 14.1-endlos-Variante (Straight Pool) gespielt. Die Kugeln mit den Nummern 1 bis 7 sind die „vollen“ und mit den Nummern 9 bis 15 die „halben“ Kugeln. In den Billardsalons und Kneipen steht zumeist nur die 8-Ball-Variante zur Verfügung.

 

Billardtisch für zuhause - Was ist zu beachten?

Viele Billardfreunde liebäugeln damit, sich einen Billardtisch für zuhause zuzulegen. Natürlich den entsprechenden Platz im heimischen Wohnzimmer oder in der Garage vorausgesetzt. Soweit die räumlichen Voraussetzungen geklärt sind, geht es ans Eingemachte. Die Auswahl an Tischen und die Preisspannen sind riesig. Es gibt sogar Modelle, die sich problemlos in einen Esstisch verwandeln lassen. Die billigsten Billardtische sind bereits ab einigen hundert Euro zu haben. Nach oben gibt es kaum Grenzen.

 

Je teurer desto besser?

Ein Qualitätstisch beginnt preislich in den meisten Fällen erst ab 1.500 € aufwärts. Gebrauchte Tisch sind für ernst gemeintes Spielen meist nicht zu empfehlen, da sie in der Regel schon starke Abnutzungserscheinungen aufweisen. Zu beachten ist, dass die Banden und das Spieltuch einiges aushalten müssen und daher auch von entsprechender Qualität sein sollten. Überhaupt, sollte der Korpus eher aus massiven Holzelementen gefertigt sein. Die Spielfläche sollte idealerweise eine Schieferplatte besitzen, um einen sauberen Lauf der Kugeln zu gewährleisten. Tische mit Kunststoffgestellen sind zwar sehr billig, halten jedoch in keiner Weise den Mindestqualitätsanforderungen für saubere Stöße stand. Meistens haben die Modelle vom Discounter auch nur sehr kleine Außenmaße und sind daher eher etwas fürs Kinderzimmer. Die Spielflächen für Billardtische werden normalerweise in Turniermaße, also in Fuß angegeben. 8 ft entsprechen beispielsweise einer Fläche von 224 cm mal 112 cm. Ob der Tisch mit handgeschnitzten Reliefs und mit Ledertaschen versehen werden soll, ist eine Frage des Geschmacks und natürlich des Geldbeutels. Handelt es sich um einen massiven und schweren Tisch, sollte beim Kauf geklärt werden, dass der Tisch nicht nur angeliefert, sondern auch tatsächlich bis zum Aufstellort gebracht und aufgebaut wird. So lassen sich Malheure und Kratzer beim Transport und Aufbau am besten vermeiden und die Garantie des Herstellers bleibt erhalten.

 

Einweihungsturnier mit Freunden

Ist der Tisch erst einmal angeliefert und aufgebaut worden, kommt der große Moment. Das Billardspielen zu Hause kann beginnen. Um das „neue Zeitalter“ entsprechend zu zelebrieren, macht sich natürlich ein kleines Billardturnier zur Einweihung gut. Hier kann dann auch fantastisch über die Kunststöße von Mark Selby & Co. sowie die aktuellsten Wettquoten, diese gibt’s übrigens hier, gestritten werden. Allerdings sollten auch genügend Queues bereitstehen. Ein kleiner Vorrat an Kaltgetränken und Snacks darf natürlich auch nicht fehlen. Eines dürfte auch klar sein: Wer sich vorher beschwert hat, dass die Freunde viel zu selten zu Besuch kommen, hat sobald der Billardtisch im Haus ist, diesbezüglich nichts mehr zu beklagen.

 

Mieter müssen an die Nachbarn denken.

Wer zur Miete in einem Mehrfamilienhaus wohnt, muss sich natürlich an die Hausordnung halten. Leider sind die meisten Wohnungen nicht so gut schallisoliert, als dass das Stoßgeräusch oder in die Taschen fallende Kugeln nicht durch die Wände dringen würde. Für die Nachbarn ist das oft nicht sehr angenehm, besonders wenn am Abend noch ein paar Partien gespielt oder ein paar Kunststöße über drei Banden eingeübt werden sollen. Wer sich nicht an die Ruhezeiten in der Hausordnung hält, muss mit ernsten Konsequenzen rechnen. Im schlimmsten Fall droht irgendwann die Kündigung. In der Regel darf nach 22.00 Uhr nicht mehr gespielt werden. Aber auch wer tagsüber spielt, kann Probleme bekommen, wenn die Lärmbelästigung zu hoch ist und sehr oft gespielt wird. Der Punkt ist, dass es sich beim Klacken der Kugeln nicht um normale Wohngeräusche handelt. Der Lärm muss also keineswegs dauerhaft von den Nachbarn akzeptiert werden. Käufer eines Billardtisches sollten sich also gut überlegen, wann gespielt werden soll. Wenn es sich um ein sehr hellhöriges Haus handelt, sind Probleme meistens schon vorprogrammiert.

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